Reichenbach im VogtlandReichenbach im Vogtland
Reichenbach im Vogtland Reichenbach im Vogtland
CZ  PL  EN
 HomeKulturBekannte ReichenbacherDr. phil. Johann August Ernst Köhler Menü nach oben Sitemap Drucken Kontakt

Dr. phil. Johann August Ernst Köhler

Dr. phil. Johann August Ernst KöhlerLehrer, Naturforscher, Volkskundler

geb. am 5. August 1829 in Bautzen
gest. am 19. Dezember 1903 in Schneeberg

Köhler kam 1857 nach dem Besuch des Lehrerseminars Bautzen und sechsjähriger Lehrtätigkeit in der Lausitz als Lehrer für Mathematik und Naturkunde an die Realschule Reichenbach. Zielstrebig  beschäftigte er sich mit der Naturkunde des Vogtlandes und promovierte bereits 1860 zum Doktor der Philosophie.  Am 1. Februar 1859 gründete er den „Vogtländischen Verein für Naturkunde“ in Reichenbach und schuf Grundlagen für ein naturkundliches Museum. Unter seiner Leitung wurde der dem Geiste des großen Naturwissenschaftlers Alexander von Humboldt verpflichtete Verein deutschlandweit bekannt und Reichenbach war 1863 Versammlungsort des 5. Deutschen Humboldt-Festes. 1867 erschien sein Hauptwerk „Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andre alte Ueberlieferungen im Voigtlande“, das von der Namenskunde über Siedlungs- und Hausformen, Nahrung und Tracht, Sitten und Bräuche bis zu Sprichwörtern und Sagen fast alle volkskundlichen Überlieferungen erfasste. Dieses früheste und bis heute umfangreichste Sammelwerk ist eine unentbehrliche Quelle für die vogtländische Volkskunde. Während der Reichenbacher Jahre erschein auch sein zweibändiges preisgekröntes Werk „Die Geschichte der Oberlausitz“. 1873 folgte Köhler einer Berufung an das Lehrerseminar in Schneeberg, wo er als Oberlehrer für naturkundliche Fächer bis 1897 tätig war. Bleibende Verdienste erwarb er sich dort 1878 mit der Gründung des Sächsischen Erzgebirgsvereins, den er bis 1899 leitete und als Redakteur der Vereinsschrift „Glück auf“. Viele sächsische Vereine ehrten Köhler durch Ehrenämter und –mitgliedschaften. König Albert von Sachsen verlieh ihm das Ritterkreuz des Albrechtsordens. Der „Köhlersteig“, ein Weg zwischen Göltzschtalbrücke und Greiz, ist heute noch nach ihm benannt.